Vater - Schauspiel von Florian Zellerveröffentlicht am: 03.03.2020, 18:55


Copyright Bild: Bernd Boehner

Das Theater am Wall zeigt in einer Inszenierung der Konzertdirektion Landgraf am 5. März um 20.00 Uhr das Schauspiel „Vater“ aus der Feder des französischen Schriftstellers Florian Zeller, in dessen Zentrum der 80jährige André steht.

Er merkt, dass sich etwas verändert. Noch lebt er allein in seiner Pariser Wohnung und versucht, vor Anne, seiner älteren Tochter, den Eindruck aufrecht zu erhalten, alles sei in Ordnung. Wobei ganz offensichtlich ist, dass er allein nicht mehr zurechtkommen kann. Also organisiert sie für ihn Pflegehilfen, mit denen er sich aber ständig zerstreitet. Ein alter Mann, für den sich der Alltag mehr und mehr in ein verwirrendes Labyrinth verwandelt, auf der Spurensuche nach sich selbst. Weil seine Wahrnehmung sich immer mehr verschiebt, gerät er in eine Welt, in der seine Biografie nicht mehr gilt, weil die Welt, in der sie entstanden ist, am Verlöschen ist…

Das Besondere an „Vater“ ist die ungewöhnliche Erzählstruktur. Erlebt wird die Handlung nämlich nicht chronologisch, sondern aus der Erlebniswelt des 80-Jährigen. Die natürliche Erwartung des Zuschauers, dass ihm hier wie gewohnt eine Geschichte objektiv präsentiert wird, ordentlich Schritt für Schritt voranschreitend, erfüllt sich nicht. Stattdessen wird der Zuschauer aber durch diesen hinterhältigen Trick des französischen Erfolgsautors emotional an die Hauptperson gebunden, erlebt mit ihr dieselben Momente des Glücks, teilt mit ihr die Momente des Ausgeliefertseins, erfährt mit ihr die unbegreifliche Veränderung von Personen und Dingen und kann wie sie immer weniger unterscheiden: Was ist Realität, was Wahn oder Wunschvorstellung, was Halluzination oder fixe Idee.

Das klingt nach einem traurigen Theaterabend? Das Gegenteil ist der Fall. Zellers Text provoziert das Lachen. Die komödiantische Dynamik ergibt sich aus den abrupten Stimmungsschwankungen der Hauptperson. Erst mit dem Schlussbild, dessen nachhaltig beklemmender Wirkung man sich nicht entziehen kann, endet die Gratwanderung zwischen Komik und Tragik.

Karten sind zu Preisen von 30,00 €, 28,00 € und 21,00 € im Vorverkauf oder an der Abendkasse des Theater am Wall erhältlich. Die Abendkasse öffnet am Veranstaltungstag um 19.30 Uhr. Schüler, Studenten und weitere Ermäßigungsberechtigte erhalten einen Rabatt von 50% auf den Kartenpreis. Darüber hinaus sind die Karten von zu Hause auch online buchbar. Hierfür fallen jedoch über den Kartenpreis hinaus gesonderte Gebühren an.

Vorverkauf: Kulturbüro Warendorf, Kurze Kesselstraße 17, Telefon 02581/54-1414; Tourist-Information Warendorf, Emsstraße 4, Telefon 02581/54-5454 oder online unter www.theateramwall.de sowie allen Vorverkaufsstellen der ADticket GmbH unter www.adticket.de.

Copyright Bild: Bernd Boehner