Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Nach Bertolt Brecht in einer Fassung von Adewale Teodros Adebisi
Rheinisches Landestheater Neuss
Mit Einführung / mit Pause
Datum Samstag, 17.04.2027
Start 20:00 Uhr
OrtPaul-Schallück-Saal
Kategorie Schauspiel & Musiktheater

»So was hätt’ einmal fast die Welt regiert! Die Völker wurden seiner Herr, jedoch dass keiner uns zu früh da triumphiert – Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.«

Mit diesen Worten ließ Bertolt Brecht 1941 den Lehr-Epilog seiner Parabel auf die Machtergreifung Adolf Hitlers enden. Angesiedelt im Gangster-Milieu Chicagos zeigt er darin am Beispiel der Titelfigur Arturo Ui, wie eigennützige und profitorientierte Entscheidungen mächtiger Menschen extremistischen Ansichten den Weg in die Mitte der Gesellschaft und an die Spitze weitreichender Macht ebnen können: Denn die Kaufleute Chicagos bedienen sich – trotz anfänglicher Bedenken – der brutalen und skrupellosen Methoden des Gangsterbosses, womit sie ihm schließlich zur Herrschaft über die Stadt und
ihre Bürger*innen verhelfen.

Die Parallelen dieser Satire zum Aufstieg Hitlers und der NSDAP waren für das Publikum über die letzten Jahrzehnte hinweg immer offensichtlich; heute finden sich mehr Zuordnungen als diese einzige schablonenhafte Entsprechung, ob in Deutschland oder anderen Teilen der Welt – der von Brecht
beschriebene Schoß gebiert fleißig. Haben wir wirklich nichts aus der Geschichte gelernt?

»Arturo Ui« ist eine der bekanntesten und bissigsten Satiren über politische Tyrannei, die nach wie vor nichts an Aktualität eingebüßt hat. Was erzählt uns Brechts Parabel heute angesichts des Aufstiegs autokratischer Systeme bei gleichzeitiger Zunahme von Nationalismus, Korruption und Ungleichheit?
 

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